Die „Globe“, das weltgrößte Containerschiff im Hamburger Hafen!

Trotz Schietwetter zog es den Hamburg-Auskenner im schummrigen Dämmerlicht des anbrechenden Tages hinaus in den Hafen.  An den Landungsbrücken wurde flugs eine Hafenfähre der HADAG geentert und dann ging es dem Dickschiff entgegen! Die „CSCL Globe“, der funkelnagelneue Neubau der Reederei China Shipping, steuerte den Hamburger Hafen an. Es ist das momentan größte Containerschiff, das die Weltmeere befährt. Die Zahlen lesen sich schon imposant: Länge 400m, Breite 58,6m und eine maximale Transportkapazität von 19.000 Standardcontainern (TEU). Die Zahlen täuschten nicht! Dieses Schiff ist wahrlich riesig.

Wenn so ein Pott im Hamburger Hafen anlegt, dann herrscht auf den Terminals Hochbetrieb. Denn länger als 48h Stunden bleibt ein Containerschiff kaum in Hamburg liegen. Jede Stunde Liegezeit an der Kaikante kostet richtiges Geld. Tja, da ist dann also Tetris für Große im Hochgeschwindigkeits-Level angesagt!

Im Übrigen haben die im Bild erkennbaren Schlepper ein wichtige Aufgabe. Da es in den letzten Tagen sehr stürmisch war und noch immer schwere Windböen auftreten, drücken die Schlepper als reine Sicherheitsmaßnahme die Schiffe leicht an die Kaikante. Diese Maßnahme bezieht sich auf Großschiffe, welche eine enorme Windangriffsfläche bieten. Was so ein Riesenpott anrichtet, der im Sturm losgerissen, unkontrolliert im Hafen treibt, kann man sich lebhaft vorstellen. Verständlicherweise hat niemand Lust auf solch unangenehme Zwischenfälle und deshalb schmiegen sich die Schlepper sichernd an die großen Pötte.

Was schief gehen kann hatte man am 10.01.15 bei der  „Cosco England“  am Terminal Tollerort erlebt. Nachdem die Bugtrossen gebrochen waren, trieb das Containerschiff mit dem Bug voran gegen die gegenüberliegende Kaianlage. Vier Schlepper waren nötig um das Schiff zurück an den Kai Tollerort zu drücken. Der Reeder fand das ganz bestimmt nicht so „toll“, wo doch eine Schlepperstunde mit 1.500 bis 2.000 € zu Buche schlägt.

Und so gilt auch im Hamburger Hafen…Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste!

Gemeinsam mit der „Hanjin Europe“ mit einer Länge von 367m und einer Ladekapazität von 13092 Standardcontainern (TEU) liegen da also 767Meter Schiff an der Kaikante.

Hamburger Hafen & Elbvertiefung

Die „CSCL Globe“ lief den Hamburg Hafen nicht voll beladen an, da Sie sonst einfach in der Elbe stecken geblieben wäre. Bei voller Beladung ist der maximale Tiefgang der Globe 16 Meter, Hamburg kann aber nur von Schiffen mit einem Tiefgang bis max. 13,80 Meter angelaufen werden. Und das ist auch der Grund, weshalb die Elbvertiefung für Hamburg so wichtig ist. Die Schiffe auf den Rennstrecken Richtung Asien werden immer größer, weil so die Transportkosten (auf den Container gerechnet) günstiger werden. Momentan ist jeder dritte Container, der in Hamburg umgeschlagen wird, mit chinesischer Postleitzahl versehen.

Es bleibt also abzuwarten, ob ein Vögelchen mit dem lustigen Namen  „afro-sibirischer Knutt“ in Koalition mit dem „Schnäpel“ und  der „Wiebelschmiele“ die Elbvertiefung tatsächlich verhindern kann.

Was passiert, wenn die Elbvertiefung nicht kommt, das lässt sich in diesem, zugegebenermaßen leicht ironischen Artikel, nachlesen… http://www.zeit.de/2014/41/elbvertiefung-kommt-nicht-gewinner-verlierer

Wer nun neugierig geworden ist und mehr über die Geschichte des Hamburger Hafens sowie den Fortgang der Elbvertiefung erfahren möchte, dem sei unsere Radtour durch den Hamburger Hafen ans Herz gelegt.

 

 

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